Hand in Hand

Mich erinnert das an Marga, die ich regelmässig besuche, um ihr das Mittagessen anzureichen. Freunde und Angehörige sagen: „Die arme Marga.“ Sie ist dement. Ihr Mann hat lange gebraucht, bis er sie ins Heim geben konnte. Wenn wir uns treffen, sprechen wir über sie. Außer mir gibt es noch mehr Freunde, die regelmäßig kommen, um ihr das Essen anzureichen – nicht, um sie zu füttern. Sie lächelt gern. Aber sie ist sehr unruhig. Sie kann nicht lange sitzen. Trotzdem ist sie unter den vielen Heimbewohnern etwas Besonderes. Vielleicht einfach, weil wir Freunde sind.
Ich hab ein bißchen Angst davor, wie es sein wird, wenn ich alt bin. Ich möchte nicht gern allen zur Last fallen und ich möchte auch nicht den ganzen Tag schreien. Man hat auf einmal keine Selbstkontrolle mehr. Das macht mir Angst. Wenn ich wüsste, wie man eine weise, reife, alte Dame wird, zufrieden und lebenssatt.

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