Kaffee für den Frieden

Kaffee für den Frieden

Unter den Beduinen Arabiens gibt es die Tradition, einen Kaffee anzubieten, wenn die Verhandlungen schwierig und unabschliessbar sind. Dann kommt es darauf an, wie der Gast mit dem angebotenen Kaffee verfährt. Mahmut, unser Busfahrer, hat es uns erklärt. Der Umgang mit dem Kaffee entscheidet, ob man noch Zeit hat oder ob ein Krieg ausbricht.
Wenn Worte nicht mehr weiterhelfen, kann ein Ritual einen Weg bahnen: ich kann zum Ausdruck bringen, ob ich Willens bin. Wenn ich die Tasse hin und her bewegen und zurück gebe, nachdem ich getrunken habe, haben wir Zeit. Wir gehen auseinander und werden uns zu weiteren Gesprächen treffen. Wenn ich die Tasse auf den Boden stelle, bedeutet das Krieg.

So ein Ritual fehlt uns. Wir waren auf unserer Israelreise im Orient. Die Menschen waren freundlich und geschäftstüchtig. Sie haben uns übers Ohr gehauen. Aber sie haben Rituale immer sehr ernst genommen. Sowas haben wir nicht mehr. Denn unsere Kultur ist zusammengesetzt aus verschiedenen Kulturen. Uns bleibt nichts anderes übrig, als aufeinander zu hören. Achtsam sein, habe ich mal gehört, sagte jemand. Ein neues Wort für mich. Aber ich verstehe, was gemeint ist. Es ist anstrengend. Aber es wird wohl nötig sein. Eine neue Zeit hat begonnen.

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