Die Zeiten ändern sich

Mein Enkel zeigte mir heute einen Tweet aus Gründen.

 

Bei meiner Abiturprüfung war ich damals durchgefallen, weil ich das Wachsen im Glauben mit Hegel beglaubigen wollte. Seine Dialektik hielt der Vorsitzende für kommunistisches Gedankengut. Ich hielt es für Dialog.
„Oma,“ sagte mein Enkel heute, weil er diese Schmach meiner Schullaufbahn kennt, „da treffen sich Leute in Stuttgart und debattieren über Kirche im Web. Gut, oder? Und rate mal, was ich da gelesen habe: Hegel und Dialog.“
Ja, so ist das. Offenbar ein Quergedanke.
Meine Tochter kann sich nicht darüber freuen, dass wiederverheiratete Geschiedene mittlerweile mit Barmherzigkeit behandelt werden. Sie wirft mir vor, dass wir in den Laiengremien zu wenig Nachdruck auf die Themen gelegt haben, die uns betrafen. Wir waren froh darüber, dass unser Pastor niemandem die Kommunion verweigert. Ich bin traurig, weil meine Tochter leidet. Ich bin auch traurig, weil sie so wenig Geduld hat. Dinge ändern sich. Alles braucht Zeit. Vielleicht wäre es wirklich schneller gegangen, wenn … . Ach. Ich weiß wirklich nicht, ob wir was hätten besser machen können.

Advertisements

2 thoughts on “Die Zeiten ändern sich

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s