Habe den Begriff „Gaucho“ gegooglet und war froh …

…, dass nicht auch das Internet bei dem Gewese um den Gauchotanz mitmacht. Jetzt muss sich Wolfgang Niersbach für die Jungs entschuldigen. Das sollen die mal schön selber machen.

Was sind wir nur für ein bigottes Land. Mein Enkel sagt, man habe halt Angst, das Falsche zu tun und gucke erst mal, was die anderen machen. Nichts gelernt aus dem Mitläufertum der Nazizeit und ihren Folgen? Wir können uns immer noch bequem vom Sofa herab echauffieren.

Soll ich Ihnen mal erzählen, was wir so angestellt haben, als wir in dem Alter waren? Aber da müssen Sie ja nur auf Ihre eigene Geschichte gucken.

Ich finde es ganz heilsam, dass unsere Gottesdienste mit einem Schuldbekenntnis beginnen. Von dem Gerede, wir wären doch nicht alle schuldig und auch nicht immer, halte ich gar nichts. Ich möchte mein Leben unverkrampft und aus voller Seele leben. Und wenn dabei was zu Bruch geht, möchte ich dafür grade stehen. Da bin ich froh, dass Gott an meiner Seite ist. Das ist etwas ganz anderes als dieses „wir sind doch eigentlich alle keine Sünder“. Doch, sind wir doch. Das sieht man wieder an diesem Gauchotanz. Statt die Geschichte durch die Presse zu ziehen und sonstwie aufzubauschen, sollte man den Jungs klar machen, dass sie Mist gebaut haben. Wenn sie es einsehen, können sie sich entschuldigen. So ein Quatsch, das alles. Erinnert sich denn keiner an die Szenen nach Ende des Fußballspiels? Da gab es kein Machogehabe. Die sind alle freundlich und respektvoll miteinander umgegangen. Im Übermut der Freude, bei einer so aufgeplusterten Massenveranstaltung wie der Fanmeile, passieren schlimme Dinge – nicht nur in der Öffentlichkeit, die der Presse zugänglich ist. Da können Sie mal sicher sein.

Der Gegner, dem ich in die Augen sehe, der ist ein Mensch. Das ist immer so. Das kenn ich gut von meinem Mann. Wenn der wütend war, stellte er gern mal jemanden zum Erschießen an die Wand. Aber den sollten sie dann sehen, wenn genau derjenige in Not geraten war.

Wenn wir Deutschen mit unserer Kleingeistigkeit nur nicht immer wieder so viel Unheil anrichten würden.

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