Waschmaschinen machen das soziale Gefüge kaputt

Als ich jung war, habe ich meiner Mutter das nicht geglaubt. Sie wollte weiter in die Waschküche. Es gab im Keller unseres Mietshauses noch einen richtigen Bottich zum Einweichen der Wäsche. Aber alle anderen hatten schon ihre Waschmaschinen da stehen.

Meine Mutter erzählte, wie sie in Westpreussen den Waschtag am Fluß erlebte. Es gibt schöne Fotos davon im Museum für deutsche Geschichte in Bonn.
„Ich hab Wäsche.“ klingt immer noch nach einer anstrengenden Tätigkeit. Ist es aber nicht. Aber die Erfahrungen des Schleppens und der rot geschwollenen Hände am Abend sitzt tief.
Heute treffen wir uns beim Einkaufen, beim Waschen oder Wäscheaufhängen, Mangeln oder Stärken nur selten. Als allein lebende Frau jenseits der 80 sehe ich auf ein Leben zurück, in dem sich sehr viel verändert hat. Ich war 30, als wir das erste Telefon in der Familie bekamen. Heute schreibe ich in einem Blog, von dem es heißt, dass es das Blog heißt und nicht der Blog. Wie wird die Welt in 50 Jahren aussehen?

Jetzt hat mein Sohn mir einen Wäschetrockner geschenkt. Ich habe den Verdacht, dass er die Wäsche nicht mehr auf den Dachboden tragen will.

P.S.: Dieser Beitrag enthält satirisches Gedanken gut, ist aber nicht frei von Lebenserfahrung.

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2 thoughts on “Waschmaschinen machen das soziale Gefüge kaputt

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