In memoriam Dieter Hildebrandt

Der Mann spricht mir aus der Seele.

„Der Feind ist nahe,
aber Gott ist auch nahe.
Und es ist die Frage,
mit wem man sich besser verständigen kann.“

Dieter Hildebrandt

Diese verschachtelten Sätze muss ich zweimal hören. Aber den Satz habe ich auf Anhieb behalten. Er fällt mir manchmal in der Heiligen Messe ein.

Was mir an seinen Auftritten besonders gut getan hat: er ist meine Generation. Er hat offen angesprochen, wie es uns geht: mit einem Bein in der Nazizeit für immer. Heute haben wir eine junge Generation vor Augen, die einem einfach nur dumm vorkommt, weil sie ganz offensichtlich nichts von Verantwortung hält. Das haben sie von ihren Eltern. Die haben wir erzogen.

Weil wir selber wissen, wie das ist, wenn man aufwächst und mitten im Erwachsenwerden feststellt, dass diese Menschengesellschaft sich selbst verantwortet und man schuldig wird, wenn man nicht Stellung bezieht (auch wenn man handlungsunfähig ist und sich in Gefahr begibt). Damals war es die Ideologie der Nazis, heute ist es die weltumspannende Vielfalt unter Leitung von Wirtschaftsweisen. Damals wurden Menschen aus der Nachbarschaft in KZs geschafft. Heute fliehen Menschen und wir debattieren, ob wir sie haben wollen oder nicht.

Ich höre Dieter Hildebrandt. Er ist ja leider schon gestorben. Er ist wie ich. Wir regen uns auf, aber mit Humor.

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