Kurzfassung der Pfarrgemeinderatssitzung: Das Wort Gottes erfolgreich unter den Sorgen des Alltags erstickt

Gestern war ich seit langer Zeit mal wieder bei einer Pfarrgemeinderatssitzung. Zukunftswerkstatt, sagten sie. Es sei öffentlich und alle seien willkommen.

Der Diakon gab eine Einführung mit einem geistlichen Wort über eine Zeichnung aus einer Katakombe in Rom: ein stilisierter Kornhalm, der aus einem überdimensional großen Samenkorn wächst. Dazu las er das Gleichnis vom großzügigen Sämann.

Die Tagesordnung war umfangreich, wurde aber von dem im Bistum Essen laufenden Prozess der Umstrukturierung dominiert. Es gab einen Rückblick auf eine Info-Veranstaltung des Bistums. Tenor des Rückblicks: „Die machen ja doch, was sie wollen.“ Argumente: Kirchenaustritte, kein Geld, keine Personal. Die Karre fährt vor die Wand, sagte einer der Pfarrgemeinderatsmitglieder immer wieder. Ich hatte den Eindruck, dass ihm dieses Bild gefällt.

Irgendwann meldete ich mich zu Wort und sagte: „Aber wir arbeiten doch weiter?“ Die Wortführer fanden den Beitrag skurril und brachten das auch deutlich zum Ausdruck.

Ich werde weiter

  • Kartoffeln schälen für das Gemeindefest (das früher Pfarrfest hieß).
  • Geburtstagsbesuche im Namen der Gemeinde machen.
  • Küstervertretung machen.
  • mit meinem Enkel die Kommunikation im Internet und die geistlichen Spuren dort erkunden.
  • sonntags zur Kirche gehen.
  • Einladungen zu interessanten Veranstaltungen in unseren Schwestergemeinden annehmen.
  • an das Wort Gottes glauben.

Was ich nicht mehr machen werde:

  • eine Pfarrgemeinderatssitzung besuchen.

Dazu ist das Leben einfach zu kurz und ich sehe sinnvoller Möglichkeiten, für meine Gemeinde aktiv zu sein und die Zukunft mit zu gestalten.

Schade. Eigentlich. Ein Laiengremium, das in den Sorgen des Alltags erstickt.

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