Teilhabe, Gleichstellung. Wortgeklingel.

Sie werden einer alten Frau verzeihen, dass sie sich aufregt. Man hat mich seit den 70iger-Jahren nach der Nazizeit befragt und ich habe mich stets verantwortlich gefühlt. Nun beobachte ich die politischen Vorgängen etwas distanziert, wenn auch als Zeitgenossin. Die gleichen Menschen, die mir Vorwürfe machen, schaffen grade ihre Felle aufs Trockene und jammern. Aber ein Agnostiker wie Herr Krauthausen erklärt, dass man Menschen nicht danach bewerten darf, was sie kosten. „Wonach denn?“, ist man geneigt zu fragen. Wissen Sie: ich höre die Gespräche auf dem Kirchplatz, wenn ich auf meine Mitfahrgelegenheit warte. Letztlich geht es um Machbarkeit und Geld. Warum kommen nicht mal wir Christen auf die Idee, dass es andere Werte geben könnte? Dieser ungläubige Herr Krauthausen ist natürlich selbst betroffen und kommt von daher leicht auf die Idee, dass es im Leben mehr gibt als ein Qualitätsmanagement. Übrigens war ich damals im Dienst die Letzte, die die Gefahren begriffen hat, die im Qualitätsmanagement liegen. Heute holt der Betriebsleiter im Zweifelsfall den Ordner aus dem Schrank und weist nach, dass alles gemäß Qualitätsmanagement läuft. Dann kann es auch keinen Fehler geben. Der Laie staunt und der Fachmann wundert sich. Denn wir sehen tagtäglich, dass es nicht gut läuft. Wissen Sie, dass in unserer Gemeinde nur Gymnasiasten an der Firmvorbereitung teilnehmen? „Es fällt uns schwer, diese Mängel in der Öffentlichkeit anzusprechen,“, sagt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende, „denn man zeigt mit Fingern auf uns und verlangt eine Lösung.“ Und die Lösung soll funktionieren. Und niemand will daran beteiligt sein. Eine Gemeinde aus Unbeteiligten. Eine Gesellschaft aus Unbeteiligten. Hier die Einen, da die Anderen. Wer trägt die Verantwortung? Natürlich steht im Bus jemand auf, wenn ich reinkomme und kein Platz mehr frei ist. So ist das. Die Jugend ist nicht schlechter als zur Zeit der Heiden von Kummerow. Aber wenn Probleme auftreten, sind es immer gleich die Jugendlichen oder die Schule oder es ist das System. Wir reden nicht mehr von dem, was uns wichtig ist. Wir bauen Zäune und schützen unser Eigentum. Dabei werden wir nicht überleben. Man wird auch in 50 Jahren wieder aufarbeiten müssen, was in dieser Zeit an Unrecht geschieht. Es ist sehr schwer, den Unterschied zwischen Lüge und ahnungslosem Geschwätz zu markieren. Continue reading „Teilhabe, Gleichstellung. Wortgeklingel.“